01. September Mehr ADHS-Fälle bei Kindern – und was das mit Ernährungsberatung zu tun hat
Bei immer mehr Kindern und Jugendlichen wird ADHS neu diagnostiziert, wie der DAK-Kinder- und Jugendreport auf Basis der Daten von rund 800.000 Kindern und Jugendlichen ergab. Danach stieg die Zahl der ADHS-Neudiagnosen bei den 3- bis 17-Jährigen von 14,6 je 1.000 im Jahr 2023 auf 17,0 je 1.000 im Jahr 2024 – ein Plus von 16 Prozent. Gegenüber 2020 beträgt der Anstieg sogar 28 Prozent. Hochgerechnet erhielten 2024 bundesweit etwa 202.000 Kinder und Jugendliche erstmals eine ADHS-Diagnose.Was hat das mit Ernährungstherapie und -beratung zu tun? Kinder mit ADHS und ihre Familien stehen im Ernährungsalltag häufig vor besonderen Herausforderungen. Betroffene Familien benötigen deshalb eine qualifizierte Begleitung, die individuelle Esssituationen und familiäre Belastungen berücksichtigt. Ernährungsfachkräfte können dabei helfen, eine bedarfsgerechte Ernährung im Alltag zu sichern, Mahlzeiten praktikabel zu strukturieren und Veränderungen von Appetit und Essverhalten im Blick zu behalten,
insbesondere bei medikamentös behandelten Kindern. Ernährungstherapie sollte dabei nicht als alternative ADHS-Behandlung verstanden werden, sondern als möglicher Baustein einer multiprofessionellen Versorgung, wie sie der DAK-Report mit Blick auf Familien und Schulen anmahnt.
Monika Rahimi, Oecotrophologin mit langjähriger Praxiserfahrung in der Betreuung von Kita- und Grundschulkindern, kommentiert die Entwicklung: „ADHS sitzt in den betroffenen Familien immer mit am Tisch – und beeinflusst Appetit, Körperwahrnehmung, Impulskontrolle, Mahlzeitenstruktur und Lebensmittelauswahl oft stärker, als auf den ersten Blick erkennbar ist. ADHS tritt häufig als Nebendiagnose auf und muss dann im Beratungsprozess mitgedacht werden – insbesondere dann, wenn Herausforderungen bei Planung, Organisation und Umsetzung eine Rolle spielen. Das Thema ADHS bei Kindern gehört in den Werkzeugkoffer jeder Ernährungsfachkraft.“
Mit welchen „Werkzeugen
Hier geht’s zu unserem Seminar-Angebot „ADHS ganzheitlich betrachtet – die Rolle der Ernährung im Therapieprozess“ mit Monika Rahimi (Dipl. oec. troph. und Diätassistentin) und der Dipl.-Psychologin und Ernährungstherapeutin (M.Sc.) Ulrike Piske.
Dr. Friedhelm Mühleib
(Illu KI)